07.12.2022

Die Zeit der Covid-Pandemie war für unsere Partner in Indien sehr herausfordernd. Die Mädchen aus dem Queen Esther Heim haben alle ihre eigene, prägende Geschichte zu erzählen. Ihre Berichte stehen stellvertretend für viele andere.

Mein Name ist Priyam Kumari Yadav. Ich bin 7 Jahre alt. Vor Covid hatte ich keine Vorstellung davon, was ein Lockdown bedeutet. Als es dann so weit war, schien das Leben still zu stehen. Niemand durfte nach draußen gehen. Alle Schulen waren geschlossen und meine Eltern konnten nicht mehr zur Arbeit gehen. Das war alles völlig neu für mich.
Während des Lockdowns ging es meiner Mutter gesundheitlich plötzlich sehr schlecht. Mein Vater brachte sie ins Krankenhaus, wo sie einige Tage behandelt wurde. Sie starb im Krankenhaus. Ich weinte viel in dieser Zeit. Der Lockdown war eine wirklich schlimme Zeit. Ich war traurig und wir hatten Hunger.
Nach dem Tod meiner Mutter wurde ich im Queen Esther Heim angemeldet. Das Heim war für mich wie eine Rettung. Ich fand Freundinnen und die Heimleiter nenne ich Tante und Onkel. Langsam wurde ich auch wieder fröhlich. Heute bin ich glücklich und gehe hier zur Schule.

Mein Name ist Suhana Besra. Ich bin 9-jährig. Die beiden Covid-Jahre waren für mich und meine Familie sehr schwierig. Meine drei Geschwister, meine Eltern und ich waren alle zu Hause, weil alles geschlossen war und es keine Arbeit gab. Bald schon schlitterten wir finanziell in eine Krise. Wir hatten kein Essen mehr im Haus und kein Geld. Dazu wurde mein Vater nach einigen Monaten krank. Für eine Behandlung fehlte uns das Geld und schließlich starb er im Beisein von uns allen. Sein Tod war ein Schock für uns. Im Rückblick kann ich sagen, dass Gott uns in dieser Situation getragen hat. Durch seine Hilfe konnten wir diese Zeit überhaupt überstehen.
Ich bin so dankbar, dass ich wieder ins Heim zurückkehren durfte. Das Queen Esther Heim ist wie eine friedliche Oase für mich. Hier sind alle meine Freundinnen. Ich gehe täglich zur Schule. Wir spielen zusammen, essen, feiern Gottesdienste und lesen jeden Tag in der Bibel.

Mein Name ist Santi Soren. Ich bin 6 Jahre alt. Mein Vater hat uns verlassen, als ich noch ganz klein war und meine Mutter musste hart arbeiten, um für uns Kinder sorgen zu können. Der Lockdown machte alles noch viel schwieriger für uns. Meine Mutter konnte nicht mehr arbeiten und wir hatten kein Einkommen. Aber irgendwie schafften wir es zu überleben, indem wir einfach Mahlzeiten ausließen und das Essen strikt einteilten. Bevor ich ins Heim kam, hatte ich noch nie erlebt wie es ist, genug zu essen zu haben, zur Schule zu gehen oder an einem sicheren Ort zu sein. Ich bin sehr glücklich, dass ich all diese Dinge, von denen ich nichts wusste, nun im Heim erleben darf. Ich bin dankbar für die liebevolle Umgebung, das Essen und dass ich alles habe, was ich brauche. Und ich bin dankbar für die Schule und ganz besonders für meine lieben Freundinnen hier im Heim.







































































































































