04.03.2021
Der Fokus des Projekts liegt auf einer kleinen Musahar-Siedlung im Dorf Koath in Nordindien. Die Musahar in Koath leben in rund 70 Hütten und sind eine der ärmsten Volksgruppen im sehr rückständigen Bundesstaat Bihar und leben am Rand der Gesellschaft. Meist schuften sie für einen sehr geringen Lohn als Tagelöhner für Grundbesitzer höherer Kasten, was schon seit vielen Jahrhunderten so ist. Landlosigkeit ist ein Hauptgrund für die Rückständigkeit der Musahar. Viele leben in kleinen, niedrigen Lehmhütten am Rand der Dörfer. Die Hütten haben keine richtigen Dächer und die grossen Familien haben kaum Platz, geschweige denn Privatsphäre. Die Behausungen haben meist keinen Stromanschluss und die hygienischen Verhältnisse sind desolat.
In der Musahar-Siedlung in Koath leben rund 300 Personen (etwa 50 Familien), die durch das Dorfentwicklungsprogramm unterstützt werden. Etwa 75 Kinder besuchen den Schulunterricht, bekommen Schuluniformen (gehört in Indien dazu), Schreibutensilien und täglich eine gesunde Mahlzeit. Es werden regelmässig Gesundheitsuntersuchungen für die Familien organisiert und Erziehungskurse für die Eltern angeboten. Am Sonntag findet ein Gottesdienst statt (mit besonderem Kinderprogramm) und die Sozialarbeiter stehen den Menschen mit Rat und Tat zur Seite.
Rückblick 2020
Das vergangene Jahr war auch im Dorfprojekt Koath ein besonders herausforderndes und schwieriges Jahr. Der Bericht der Projektverantwortlichen ermöglicht ein paar interessante Einblicke.

Die Covid-19-Pandemie hat das Leben in Indien für mehrere Monate zum Erliegen gebracht. Alle Schulen und Heime mussten schliessen und die Unterstützung der Familien in den Dorfprojekten war nur noch sehr schwer möglich. Die Projektpartner der Inter-Mission haben Lebensmittel an die Bevölkerung verteilt und da das Gemeindeleben in den Dörfern nicht mehr möglich war, ihr Konzept umgestellt und ihren Schwerpunkt auf der Förderung von Hauskirchen gesetzt. Die Mitarbeitenden besuchen reihum die Familien und stärken und unterstützen sie.
Ab Mitte Oktober war es endlich wieder möglich, den Betrieb in Koath konnte wieder aufgenommen werden. Zwar unter strengen Vorschriften und die Schulen sind weiterhin geschlossen, aber die Sozialarbeiter können die Menschen vor Ort wieder unterstützen. Die Kinder wurden in mehrere Gruppen aufgeteilt, die jeweils für ein paar Stunden Programm erhalten. Es gibt jeweils ein Mittagessen, eine Andacht und zwei Stunden Nachhilfeunterricht bzw. "Schulunterricht", da die staatliche Schule weiterhin geschlossen ist. Bereits am ersten Tag waren 80-90% der Kinder anwesend. Die Sozialarbeiter freuen sich sehr über das grosse Interesse und sind ermutigt, mit viel Kreativität möglichst viele Kinder zu erreichen, auch wenn die Auflagen weiterhin sehr streng sind.
Im Januar 2020 konnte mit dem Bau von neun Häusern begonnen werden. Wegen dem Lockdown wurden die Bauarbeiten leider unterbrochen und konnten erst im November wieder aufgenommen werden. (Anfang 2021 wurden diese Häuser den Familien übergeben und die nächste Häuserreihe ist bereits im Bau und wird voraussichtlich Ende März 2021 fertig.)

Rückblick 2020 der Projektverantwortlichen
Highlights
- Wir sind Gott sehr dankbar, dass wir uns bis am 22. März ungehindert in Koath engagieren konnten. Die Kinder nahmen glücklich und engagiert am täglichen Morgengebet teil und wir konnten mit ihnen zusammen Frühstücken. Sie besuchen den Schulunterricht in der staatlichen Schule und kamen für das Mittagessen zu uns ins Projekt. Nach der Nachmittagsschule betreuten und förderten wir die Kinder durch zusätzlichen Unterricht und verschiedene Angebote.
- Auch die Gottesdienste konnten bis zum Lockdown stattfinden. Wir konnten mit den Menschen über den Glauben an Jesus Christus reden und wir organisierten Gebetsgruppen in verschiedenen Häusern.
- Während der Zeit des Lockdowns konnten wir Lebensmittel an die Familien verteilen.

Herausforderungen
- Auf Anordnung der Regierung mussten wir unsere Projektarbeit am 24. März einstellen. Die Kinder durften nicht mehr zu unseren Angeboten kommen. Die achtmonatige Schliessung des Projekts verursachte vielerlei unerwünschte Veränderungen im Leben der Kinder. Als wir Mitte November wieder erste Angebote anbieten durften, viel es vielen Kinder schwer, still zu sitzen und zuzuhören. Sie brauchten Schimpfwörter, waren undiszipliniert und auch in ihrer spirituellen Entwicklung gab es leider Rückschritte. Wir beobachteten, dass einige Kinder von bösen Geistern geplagt wurden.
- Am 15. Oktober durften wir – durch Gottes Gnade – das Projekt in Koath wieder öffnen und nun liegt der Hauptfokus darauf, die Kinder wieder auf den vorherigen Stand zu bringen.
Gebetsanliegen
- Betet für Schutz der Kinder, besonders in den Wintermonaten.
- Betet für die Kinder, dass sie zur Schule gehen und an unseren Programmen teilnehmen und sich nicht Banden anschliessen und herumstreunen.
- Betet speziell um Schutz für die Mädchen.
- Betet für die Eltern der Kinder, speziell für jene, die Alkoholiker sind und sich nicht gut um ihre Kinder kümmern.
- Betet für die arbeitslosen Eltern, dass sie einen Job finden.
- Betet für Gottes Schutz für die Projektmitarbeitenden.








































































































































